Balfanz aus Hinterpommern
200 Jahre Bildungsbürger im Staatsdienst
 
 
Die Nachfahren von Johann Balfanz (1808-1880), Lehrer in Storkow, Kreis Neustettin

Besitzerfolge des Gutes Balfanz im 18. Jahrhundert

 

Otto Casimir von Glasenapp (1642-1710), *03.06.1642 zu Balfanz, 11.05.1710 zu Balfanz, Landrat und Burgrichter in Belgard, Hauptmann, Erbherr auf Balfanz, Zülkenhagen, Klotzen, absolvierte seit 1687 ein Studium in Frankfurt/O., heiratete dreimal: I. Anna v. Podewils (1645-1697), II. Agnes v. Carnitz (1664-1684), III. Sophie Elisabeth v. Galbrecht-Vitatow (1682-1842); 2 Söhne aus erster Ehe, 5 Söhne aus zweiter Ehe und 4 Söhne aus dritter Ehe und 9 Töchter.

Besitz: Balfanz, Lutzig, Redel, Klotzen, Anth. Zeblin, Zülkenhagen, Anteile von Moker, Steglin, Wissbuhr, Osterfelde, Anteile von Bärwalde, etc.

 

E. von Glasenapp: Genealogie des ... Geschlechts von Glasenapp, S. 202ff.

 

Paul Wedig von Glasenapp (1701 – 1776) *11.06.1701 zu Balfanz,  14.12.1776 zu Balfanz, Landrat. Besuchte seit Febr. 1715 das Gymnasium in Neu-Stettin, schrieb sich am 17.10.1721 in Leyden für die Rechte ein, übernahm die väterlichen Güter Balfanz und Zülkenhagen. "Er wohnte erst auf Balfanz, seit 1760 auf Gramenz. Er war ein frommer, gerechter, gütiger Herr, unter dem sich die Unterthanen, gegen die er eine milde Praxis übte, sehr wohl und glücklich fühlen konnten, besonders nach dem vorher herrschenden Regime, in dem doch einige Härten und Schroffheiten, zeitgemäß vorkamen, die er aber bei tiefer Religiosität bald auszugleichen suchte, besonders wurde von dem 1715 neu errichteten Galgen in Balfanz nicht so häufiger Gebrauch gemacht."

heiratete im Sep. 1727 Barbara Auguste geb. von Glasenapp (1711-1785) aus dem Haus Gramenz. Er hatte 5 Söhne und 7 Töchter.

Besitz: Besaß daher seit 1743 auch Gramenz, seit 1747 noch Bernsdorf und Zuch und etliche weitere Güter (s. Konkurs 1813).

 

E. von Glasenapp: Genealogie des ... Geschlechts von Glasenapp, S. 252ff.

Paul Straubel, biographisches Handbuch der preußischen Justiz- u. Verwaltungsbeamten. München 2009, S. 313.

 

Joachim Casimir von Glasenapp  (1731-1780), *06.07.1731 zu Balfanz, 27.12.1780 zu Balfanz, am 3. April 1749 zusammen mit dem älteren Bruder Otto Gerhard in Frankfurt/O. immatrikuliert. Seit 1756 Leutnant im Regiment v. Manteuffel (altes Regiment Nr. 17), Garnison Cöslin, soll er den 7-jährigen Krieg mitgefochten haben. Er wohnte als Hauptmann a D. auf Balfanz und war 1775 Kurator des Neu-Stettiner Gymnasiums.

Heiratete zweimal: I. nn v. Gerlach-Parsow, II. am 06.07.1762 zu Gramenz mit Margarethe Christiane v. Podewils (1739-1789). Er hatte 3 Söhne und 4 Töchter.

Besitz: Balfanz mit Casimirshof, Zülkenhagen, ganz Gramenz, ganz Flakenheide, Bernsdorf, Grünwald, Schofhütten, Steinburg, alles väterliche Güter.

 

E. von Glasenapp: Genealogie des ... Geschlechts von Glasenapp, S. 315ff.

 

Beschreibung des Gutes Ende 17. Jahrhundert

Balfanz mit Casimirshof, ein schöner Landsitz, ersteres mehr Holzgut, zu dem Casimirshof die Speisekammer war, mit Schloss, Thiergarten, Park, Karpfenteichen etc. In dem Park hat meistens Otto Casimir schöne und seltene Bäume und Sträucher, Hecken und dergl. pflanzen, anheimelnde Plätze, Teiche, Fontainen etc. anlegen lassen. Außer einem neuen Schulhause hat er, besonders auf Anregen seiner 3. Gemahlin, die Kirche, welche er von 1689 bis 1693 neu erbaut hatte, mit Wappen, hübschen entsprechenden Bildern, reichen Vergoldungen herrlich ausgeschmückt, so dass sie eine der zierlichsten und reizendsten Gutskirchen Pommerns ist. Dieselbe wurde 1693, den 21. Mai eingeweiht.

Otto Casimirs Bildniss im Schiff der Kirche hat die Unterschrift: „Die Vergänglichkeit entscheidet Zeit und Ewigkeit; betrübet aber die ihr unterworfene Liebe und Hoffnung. Der Hochwohlgeborene Herr, Herr Otto Casimir v. Glasenapp, Ihrer Königlichen Majestät von Preussen Rath und Burgrichter und Amts-Hauptmann zu Belgard, Erb-, Burg- und Schloss- Gesessener auf Bärwalde und Balfanz u. m. a. war am 31. Mai des 1642. Jahres der Zeit geschenkt, aber am 11. Mai des 1710. Jahres zog ihn die Ewigkeit zu sich und die irdische Liebe und Hoffnung musste der Vergänglichkeit gehorchen, indem eine zweifache Liebe (1. und 2. Gemahlin) zuvor zur Ewigkeit getreten." Unter dem Bilde links sitzt eine ein Kind nährende Dame, 2 kleine Kinder stehen neben ihr; dies die 3. Gemahlin mit den 3 unmündigen Kindern; zur rechten Seite ebenfalls eine Dame mit klagender Miene, wohl eine der vorangegangenen Gemahlinnen darstellend.

In dem geräumigen Gewölbe ruht Otto Casimir, einbalsamiert, gut erhalten, neben ihm seine 3. Gemahlin, geb. Sophia Elisabeth v. Galbrecht, desgleichen stehen auch die Särge der ersten beiden Gemahlinnen in der Gruft, ganz vorne die erste. Ferner befinden sich in dem Gewölbe Kinder und Kindeskinder von 1689 bis 1810 und einige bis 1836 Verstorbene — Im Parke ist ein großer Stein mit der Inschrift: „Dem Andenken Otto Casimirs v. Glasenapp gewidmet.“

Das Epitaph befand sich noch bis in die 1990er Jahre in der Grabkapelle.

 

E. von Glasenapp: Genealogie des … Geschlechts von Glasenapp, S. 205.