Balfanz aus Hinterpommern
200 Jahre Bildungsbürger im Staatsdienst
 
 
Die Nachfahren von Johann Balfanz (1808-1880), Lehrer in Storkow, Kreis Neustettin

Erste urkundliche Erwähnung des Namen Balfanz

 

Der ältesteste Nachweis des Namen Balfanz findet sich in einer Urkunde vom Jahr 1242, in der Herzog Barnim I von Pommern der Stadt Stargard das Mageburger Stadtrecht neben anderen Privilegien verleiht. Unter den Zeugen findet sich Buchardus de Valeuanz. 

Hasselbach / Kosegarten: Codex Pomeraniae diplomaticus, Band 1. Greifswalf 1863, Nr. 331. Ao 1242. iun. 24. (S. 705-709; Nachtrag u. Korrektur S. 1014

Die Schreibweise läßt sich erklären: Beim Wechsel  von Mittelniederdeutschen zum Neuhochdeutschen wird das ndd. "v" zum hochd. "b", Beispiel over = ober. Das erklärt den ersten Buchstaben. Das "u" in der Mitte von Baleuanz ist als "v" zu lesen. Bis ins 16. Jahrhundert hinein ist der Lautwert von v und u noch nicht eindeutig festgelegt (gilt auch für i und j). Das heißt u ist als v zu lesen und umgekehrt. Dadurch wird die Lesbarkeit des Textes enorm erschwert, wenn z.B. statt "und" immer "vnd" im Text steht. Deshalb ist es selbst bei einer sonst buchstabengetreuen Abschrift üblich u und v gemäß ihrem Lautwert wiederzugeben, um den Text lesbarer zu machen.

Die Herausgeber interpretieren Balevanz als Herkunftsort und sehen diesen Ort in Balfanz. In einem Nachtrag zu dieser Urkunde (S. 1114) korrigieren sie sich und vermuten nun den Herkunftsort des Zeugen in Behlefanz bei Oranienburg, da die Gegend in der Balfanz liegt "erst spät heraustritt". Übrigens liefern sie schon (im Jahr 1863) die korrekte Etymologie des Namens mit der Bedeutung Weißbart.

ps. Das Pommersche Urkundenbuch datiert die Urkunde auf 1253, wobei es davon ausgeht, dass schon der Schreiber der nicht mehr vorhandenen Originalurkunde sich im Datum geirrt hatte.

Pommersches Urkundenbuch, I. Band ,1. Abteilung (786-1253). Nr. 572 1253 Juni 24 (S.448ff.)